🛂 China: kein Visum nötig – und Mehrfacheinreise ist erlaubt
Deutsche Staatsangehörige mit gewöhnlichem Reisepass reisen visumfrei für bis zu 30 Tage
pro Einreise ein. Die einseitige Visumbefreiung wurde für Deutschland und 47 weitere Staaten
bis 24:00 Uhr am 31.12.2026 verlängert; eure Reise liegt vollständig darin.
Für die Vietnam-Abstecher in Route 4 und 6 ist ein Detail entscheidend: Die offizielle FAQ des
chinesischen Außenministeriums beantwortet in Frage 12 ausdrücklich, dass die Visumbefreiung
mehrfache Einreisen erlaubt und derzeit keine Begrenzung der Zahl der Einreisen
oder der Gesamtaufenthaltstage besteht. Die 30-Tage-Frist zählt ab dem Tag nach der Einreise und
startet bei jeder Wiedereinreise neu. Frage 9 stellt klar, dass die Befreiung an allen
für Ausländer geöffneten Land-, See- und Luftgrenzübergängen gilt – also auch am Friendship Pass.
Frage 6 empfiehlt, Hotelbuchungen und das Weiterflugticket als Nachweis des
Reisezwecks mitzuführen. Am Landübergang wird das häufiger verlangt als am Flughafen. Ausdrucke dabeihaben.
Quellen: Generalkonsulat der VR China Hamburg, Mitteilung vom 04.11.2025 ·
„FAQs on Visa-free Entry into China", Stand 21.05.2026. Beide unten verlinkt.
🛂 Vietnam
Deutsche reisen visumfrei für bis zu 45 Tage pro Einreise ein, unabhängig vom
Reisezweck. Grundlage ist Resolution 44/NQ-CP, gültig vom 15.03.2025 bis 14.03.2028.
Kein E-Visum, keine Vorab-Registrierung, keine Gebühr.
Praktische Folge: Der Abstecher kostet keinen Papierkram, nur Zeit.
🛂 Hongkong
Eigenes Einwanderungsgebiet. Deutsche dürfen 90 Tage visumfrei bleiben.
Die Reise vom Festland nach Hongkong ist formal eine Ausreise aus dem Festland –
mit Passkontrolle, auch im Zug nach West Kowloon.
Weil Hongkong am Ende steht, spielt die Wiedereinreise nach China keine Rolle mehr.
🚗 Mietwagen: praktisch keine Option
China erkennt weder den deutschen Führerschein noch den internationalen Führerschein
an – das Land ist dem Wiener Übereinkommen von 1968 nicht beigetreten. Nötig wäre ein temporärer
chinesischer Fahrerlaubnis-Nachweis (临时机动车驾驶许可) samt beglaubigter Übersetzung,
beantragbar bei Verkehrspolizei-Servicestellen und an einigen Flughäfen, gültig drei Monate.
Die realistische Lösung für Bergetappen ist deshalb durchgehend 包车 („bāochē"):
Wagen mit Fahrer, typisch 600–1.000 RMB pro Tag (ca. 75–130 €) für zwei Personen inklusive
Sprit. Das ist bequemer, billiger als gedacht und löst das Parkplatz- und Navigationsproblem gleich mit.
💳 Bezahlen und Netz
Bargeld ist in China praktisch verschwunden. Alipay und WeChat Pay akzeptieren inzwischen
ausländische Kreditkarten – beide Apps vor Abflug installieren, Karte hinterlegen und
einen Testbetrag durchschicken.
Für das Netz: eine eSIM mit Roaming ist der einfachste Weg, weil Roaming-Traffic
nicht über die chinesische Firewall läuft. In Vietnam und Hongkong ist alles unkompliziert.
🗺️ Karten: Google funktioniert im Festland nicht
Google Maps ist auf dem Festland gesperrt. Die Google-Links auf den Routenseiten
sind deshalb Planungswerkzeuge für zuhause, nicht für unterwegs. Auch
OpenStreetMap ist unzuverlässig: Es gibt Berichte, dass die Tile-Server
zeitweise blockiert sind, und die chinesische OSM-Community hat ihren Kartendienst
mit Verweis auf die Rechtslage ausgesetzt.
Die Lösung vor Ort ist 高德地图 (Amap) von Alibaba, der Marktführer.
Jede Routenseite hat deshalb einen Amap-Button, der alle Stationen der Route
auf einer Karte markiert – ohne App, ohne Konto, direkt im Browser, und er funktioniert
hinter der Firewall. Baidu Maps wäre die Alternative, ist für Ausländer aber sperriger.
Zwei Dinge, die ihr vorher machen solltet: Amap als App installieren –
sie hat eine englische Oberfläche, aber chinesische Kartenschrift – und zusätzlich
Offline-Karten laden, zum Beispiel mit Organic Maps oder OsmAnd. Letztere
brauchen kein Netz und damit auch keine Firewall-Umgehung. Apple Maps funktioniert in China
ebenfalls, weil es dort Amap-Daten nutzt.
Technischer Hinweis: Chinesische Karten rechnen im Koordinatensystem
GCJ-02, nicht WGS-84. GPS-Koordinaten aus Google oder OSM liegen auf chinesischen Karten
deshalb um 300 bis 600 Meter daneben. Die Amap-Links hier sind entsprechend umgerechnet.
🚄 Zugbuchung: das 15-Tage-Fenster ist der Taktgeber
Chinesische Hochgeschwindigkeitszüge gehen erst 15 Tage vor Abfahrt in den
Verkauf. Für einen Reisebeginn am 27.10. öffnet das erste Fenster also am 12.10.2026.
Praktisch heißt das: Ab dem 12.10. jeden Tag die nächste Etappe nachbuchen. Reisepass-Nummer wird
beim Kauf hinterlegt, das Ticket ist der Pass selbst – am Bahnhof gibt es einen separaten Schalter für
Pässe, weil die Automaten nur chinesische ID-Karten lesen. Puffer von 40 Minuten vor Abfahrt einplanen.